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Was bedeuten Albträume?

Sie kommen verhältnismäßig selten vor, wenn sie uns aber einmal plagen, dann so richtig. Albträume lassen uns mitten in der Nacht schweißgebadet aufwachen. Noch am nächsten Tag begleitet uns meist ein flaues Gefühl in der Magengegend. Auch wenn wir natürlich wissen, dass sich alles nur in unserem Kopf abgespielt hat und keinen Einfluss auf unsere Realität hat.

Aber woher kommen Albträume überhaupt? Warum träumen wir schlecht? Ist jeder unangenehme Traum ein Albtraum? Und können Albträume unsere Schlafqualität negativ beeinflussen?

Wir haben uns dem Phänomen ausführlich gewidmet, haben umfassend recherchiert und die Ergebnisse in einen kompakten, leserfreundlichen und werbefreien Artikel gepackt. 

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Autor: Matthias Wiesmeier

Selbständiger Autor und Schriftsteller mit über 20 Jahren Erfahrung. Gründer von Traumdeutung123.de

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    Was bedeuten Albträume

    Was ist ein Albtraum?

    Eine auf den ersten Blick vielleicht seltsam anmutende Frage. Jeder weiß, was ein Albtraum ist. Aber wie sieht es mit der wissenschaftlichen Definition aus? Was genau ist denn ein Albtraum?

    Bei einem Albtraum handelt es sich um einen von negativen Emotionen wie Angst und Panik begleiteten Traum. Typisch ist, dass der Träumende an einem bestimmten Punkt hochschreckt und aufwacht. Die Wissenschaft zählt den Albtraum so zu den sogenannten Parasomnien. Unter einer Parasomnie versteht man eine unerwünschte und unangemessene Verhaltensauffälligkeit, die überwiegend im Schlaf auftritt. Dabei kommt es oft zu einer Unterbrechung des Schlafprozesses.

    Die Liste an bekannten Parasomnien ist ausgesprochen lang und lässt sich in vier große Gruppen unterteilen:

    • Aufwachstörungen
    • Störungen des Schlaf-Wach-Übergangs
    • REM-Schlaf-assoziierte Parasomnien
    • Andere Parasomnien

    Der Albtraum zählt zur Kategorie der „REM-Schlaf-assoziierten-Parasomnien“. Grund dafür ist der Zeitpunkt seines Auftretens. Der liegt zum überwiegenden Großteil nämlich in der zweiten Nachthälfte bzw. während des REM-Schlafs. Physiologisch gesehen ist ein Albtraum häufig von folgenden Symptomen begleitet:

    • Starkes Herzklopfen
    • Beschleunigte Atmung
    • Übermäßiges Schwitzen
    • Erhöhte Muskelanspannung

    Albträume in der Kindheit

    Besonders häufig treten Albträume bei Kindern zwischen drei und sechs Jahren auf. Dabei haben wir es keinesfalls mit einem Alarmsignal zu tun, sondern mit einem ganz normalen Entwicklungsschritt.

    Tatsächlich unterscheiden Medizin und Wissenschaft zwischen zwei Arten von Albträumen:

    • Idiopathischer Albtraum: Es gibt keinen erkennbaren Auslöser für den Albtraum, keine psychische Belastung, kein Trauma. Der Traum ist gänzlich fiktiv.
    • Posttraumatischer Albtraum: Der Albtraum kann auf ein konkretes Trauma zurückgeführt werden und bildet – meist in unveränderter Form – eine reale Begebenheit ab.

    Heißt es eigentlich Albtraum oder Alptraum?

    Wie schreibt man es denn nun wirklich? Mit B oder mit P? Tatsächlich findet man beide Varianten gefühlt gleich häufig. Aber welche ist denn nun korrekt? Die gute Nachricht: Laut Duden sind beide Schreibweisen richtig. Man kann hier also keinen Rechtschreib-Fehler machen. Aber: Der Albtraum heißt so, weil sich das Wort auf die sogenannten „Alben“ bezieht. Und die Alben sind Elfen in der deutschen Mythologie, die für Träume zuständig sein sollen. Gefühlt richtig ist also die Variante mit B.

    fünf häufigsten Albträume

    Die häufigsten Albträume

    Alle Albträume haben eine Sache gemeinsam: Der Träumende durchlebt eine beängstigende und bedrohliche Situation. Meist steht er dabei selbst im Zentrum der Handlung. Es kommt aber durchaus vor, dass nahestehende Personen in Gefahr sind. Kinder träumen oft davon, gejagt zu werden oder es mit einem Monster zu tun zu haben. Schlafforschern zufolge sind das die fünf häufigsten Albträume:

    • Fallen (40 %)
    • Verfolgt werden (26 %)
    • Paralyse (25 %)
    • Unpünktlichkeit (24 %)
    • Verlustängste (21 %)

    Dabei handelt es sich durchwegs um konkrete Szenarien, allerdings muss der Zusammenhang nicht immer auch genau so gegeben sein. Der Albtraum kann auch eine völlig andere, viel weniger offensichtliche Bedeutung haben. Wir möchten dennoch kurz auf die geläufigsten Interpretationen der häufigsten Albtraumszenarien eingehen.

    Fallen:

    Der Traum vom freien Fall muss nicht zwingend ein Hinweis auf Höhenangst sein. Viel wahrscheinlicher ist, dass sich hier Zukunftsängste und/oder berufliche Sorgen manifestieren.

    Verfolg werden:

    Wer von einer Verfolgung träumt, der läuft oftmals in der Realität vor etwas davon, mit er nicht konfrontiert werden möchte. Dabei kann es sich um Ereignisse aus der Gegenwart ebenso handeln wie um Traumata aus der Kindheit. Weil die Auseinandersetzung im Wachzustand nicht möglich ist bzw. verhindert wird, erfolgt die Verlegung in die Schlafphase.

    Paralyse:

    Gefangen zu sein im eigenen Körper stellt für viele Menschen ein absolutes Horrorszenario dar. Entsprechend beängstigend ist es, wenn man eine derartige Situation in einem Albtraum durchlebt. Dahinter verbirgt sich laut Ansicht vieler Psychologen das Gefühl bzw. die Angst davor, von einem anderen Menschen stark abhängig zu sein und nicht selbstständig handeln zu können.

    Unpünktlichkeit:

    Strapaziert im realen Alltag die Nerven von Betroffenen und kann im Albtraum regelrechte Panikzustände auslösen. Was die Bedeutung dahinter angeht, vermuten viele die Angst davor, einer bestimmten Herausforderung nicht gewachsen zu sein. Ein anderer Deutungsversuch: Die Unpünktlichkeit steht für die Reue hinsichtlich verpasster Chancen.

    Verlustängste:

    Wer vom Tod lieber Menschen träumt, hat oft auch in der Realität Angst um genau diese Person. Hinter einem derartigen Albtraum kann sich allerdings auch die Ahnung davor verstecken, dass eine lange Zeit wichtige Beziehung langsam endet, weil sich die beiden Menschen immer mehr voneinander entfernen.

    Wir möchten nochmals anmerken, dass es sich bei diesen Interpretationen um Möglichkeiten handelt! Nichts, was mit Traumdeutung zu tun hat, ist in Stein gemeißelt. Es gibt Häufungen und Beobachtungen, die bestimmte Rückschlüsse nahelegen und einen entsprechenden Konsens entstehen lassen. Andere Analysen sind allerdings immer möglich.

    Albtraum oder nur schlechter Traum

    Nicht jeder schlechte Traum ist gleichzeitig auch ein Albtraum. Tatsächlich gibt es hier einen zentralen Unterschied. Der schlechte Traum ist zwar unangenehm und lässt uns am Morgen mit einem unguten Gefühl in der Magengegend aufwachen. Genau das ist aber der springende Punkt. Von einem schlechten Traum wachen wir in der Regel nicht auf. Von einem Albtraum hingegen schon!

    Allerdings kann unsere Schlafqualität auch unter einem lediglich schlechten Traum leiden, es muss kein Albtraum sein. Die Trennlinie zwischen den beiden Phänomenen ist also nicht sonderlich scharf, die Grenzen sind eher fließend und verschwommen.

    Nachtschreck vs. Albtraum: Der Pavor nocturnus

    Ein anderes nächtliches Ereignis, das oft mit einem Albtraum verwechselt wird, ist der sogenannte Pavor nocturnus – auch als „Nachtschreck“ bekannt. Dieser tritt – anders als der Albtraum – in Tiefschlafphasen auf, geht oftmals Hand in Hand mit dem Schlafwandeln und ist grundsätzlich harmlos.

    Die Symptome können unerfahrene Menschen aber stark verunsichern. Betroffen wachen meist mit einem Schrei aus dem Tiefschlaf auf, wimmern oder keuchen dazu und sind zunächst derart vegetativ aktiviert, dass sie bis zu 15 Minuten lang nicht ansprechbar sein können. Der Betroffene ist zu diesem Zeitpunkt stark verängstigt und erkennt weder Bezugspersonen noch seine Umgebung. Ist der Anfall zu Ende, erwacht er und schläft in der Regel ruhig wieder ein. Am nächsten Tag kann er sich nicht mehr oder nur bruchstückhaft an den Vorfall erinnern.

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    Woher kommen Albträume?

    Jeder von uns hat mit Sicherheit schon einen erlebt, aber nur die wenigsten wissen wohl, woher er kommt, der Albtraum. Wenn es um die Ursachen von Albträumen geht, kann auch die Wissenschaft nur Vermutungen anstellen, die auf Beobachtungen beruhen. Hier besteht allerdings weitestgehend Konsens.

    Träume sind im Grunde so etwas wie ein „Spiegel deines Tages“. Wer hohem Stress ausgesetzt ist oder beängstigende Dinge erlebt, muss dies irgendwie verarbeiten. Sind wir wach, reguliert unser Gehirn unsere Gefühle, wir unterdrücken Panik und Angst. Wir versuchen, so gut es geht zu funktionieren und das zu tun, was man von uns erwartet. Im Schlaf greift dieser Kontrollmechanismus allerdings nicht. Die „aufgestauten“ Emotionen werden ausgelebt und abgehandelt. In die gleiche Kategorie fallen übrigens Dinge wie Horrorfilme. Besonders dann, wenn wir sie kurz vor dem Einschlafen anschauen.

    Gründe für Albträume

    Haben wir es nun mit (stark) negativen Emotionen zu tun, haben wir auch entsprechend negativ behaftete Träume. Also Albträume. Ein Auszug an möglichen Gründen für Albträume:

    • Stress
    • Traumata
    • Schwelende Konflikte
    • Horrorfilme
    • Persönlichkeitsstörungen
    • Burnout
    • Schmerzen/Erkrankungen

    Dazu kommen externe Einflussfaktoren wie zum Beispiel Medikamente oder Drogen. Auch ein Alkoholentzug kann das Risiko für Albträume erhöhen. Das gleiche gilt für eine lange Liste an schlafbezogenen Problemen (Schnarchen, Schlafapnoe, Narkolepsie etc.). Auch die falsche Ernährung (fette, schwere Gerichte kurz vor dem Schlafengehen) kann Albträume auslösen.

    Ein anderer Erklärungsversuch beschäftigt sich mit einer möglichen genetischen Veranlagung. Eine finnische Studie Ende der 90er-Jahre befragte eineiige und zweieiige Zwillingspaare zu ihren Albträumen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Ursache für das Auftreten tatsächlich bis zu 50 % genetisch bestimmt sein kann.

    Andere Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass sensible und/oder künstlerisch veranlagte Menschen generell anfälliger für Albträume sind als der Rest der Gesellschaft.

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    Wie häufig sind Albträume?

    Albträume treten besonders in früher Kindheit relativ häufig auf. Zwischen 10 und 50 % der Kinder haben zeitweise Albträume, speziell im Alter zwischen drei und sechs Jahren. Mit zunehmendem Alter geht die Häufigkeit meist drastisch zurück. Sie hören allerdings nur selten ganz auf. In etwa 50 % der Erwachsenen haben weiterhin Albträume.

    Von chronischen Albträumen sind gar nur in etwa 3 % der jungen Erwachsenen betroffen, bei Erwachsenen sinkt der Anteil auf 1 %. In diesen Fällen ist die Störung meist chronisch, wobei Frauen zwei- bis viermal so oft betroffen sind als Männer.

    Wann werden Albträume zum Problem?

    Wer gelegentlich einen Albtraum hat, der muss sich im Grunde keine Sorgen machen. Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit liegt hier kein tiefergehendes psychologisches Problem, kein Trauma vor. Ein Gang zum Therapeuten ist nicht notwendig.

    Problematisch wird es dann, wenn die Albträume regelmäßig und in kurzen Abständen wiederkehren. Das ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt und unser Geist versucht, über die Albträume ein konkretes Trauma zu bearbeiten. Wie weiter oben bereits beschrieben, haben wir es in so einem Fall mit einem posttraumatischen Albtraum zu tun, Betroffene sollten sich unbedingt professionelle Hilfe in Form einer gezielten Psychotherapie holen!

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    Beeinflussen Albträume unsere Schlafqualität negativ?

    Unser Nachtschlaf ist in unterschiedliche Phasen und Zyklen unterteilt. Der bekannteste ist dabei wohl der sogenannte REM-Schlaf. Die Abkürzung REM steht dabei für „Rapid Eye Movement“, was auf Deutsch so viel heißt wie „schnelle Augenbewegung“. In dieser Phase träumt der Mensch besonders intensiv.

    Albträume kommen eigentlich nur in diesem Abschnitt vor und haben entsprechend tatsächlich einen negativen Einfluss auf unsere Schlafqualität. Ihr Auftreten stört nämlich den Übergang zwischen REM- und Non-REM-Phase. Außerdem schrecken wir am Ende des Albtraums meist aus dem Schlaf hoch und unterbrechen unsere Erholung.

    Wer in der Nacht schlecht geträumt hat, spürt das meist am nächsten Tag auch noch. Körperlich und geistig. Man fühlt sich schlapp, abgeschlagen und steht etwas „neben der Spur“.

    Allerdings kommen Albträume verhältnismäßig selten vor und haben entsprechend keinen dauerhaften negativen Einfluss auf die Schlafqualität. Sie sind singuläre Ereignisse, eine Regelmäßigkeit gibt es nicht. Anders sieht es bei den weiter oben bereits erwähnten posttraumatischen Albträumen aus. In diesem Fall leiden Schlaf- und Lebensqualität doch erheblich, weshalb eine professionelle Behandlung empfohlen wird.

    Persönliche Traumdeutung:

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    Zusammenfassung

    Wenn wir schlafen, schläft auch unser Gehirn. Allerdings nur teilweise. Die aktiven Bereiche sind damit beschäftigt, die Eindrücke des Tages zu verarbeiten, zu bewerten und praktisch zu katalogisieren. Das alles geschieht im Traum.

    Hatten wir einen „schlechten“ Tag, belastet etwas unsere Seele oder haben wir mit einem tief verankerten Trauma zu kämpfen, dann können auch als diese Dinge in unseren Träumen auftauchen. Tun sie das, wird aus einem Traum ein Albtraum!

    Grundsätzlich ein ganz normaler Vorgang, das gelegentliche Auftreten von Albträumen ist aus psychologischer Sicht also kein Grund zur Sorge.

    Problematisch wird es nur, wenn die Albträume chronisch auftreten und uns regelmäßig plagen. Dann hat es der Betroffene mit etwas Tieflegendem zu tun und sollte sich auf jeden Fall psychologische Hilfe holen.

    Quellen:

    Bild von Autor: Matthias Wiesmeier
    Autor: Matthias Wiesmeier

    Selbständiger Autor und Schriftsteller mit über 20 Jahren Erfahrung. Gründer von Traumdeutung123.de

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