Zum Inhalt springen

Träume in der Schwangerschaft

Die Schwangerschaft gehört mit zu den außergewöhnlichsten Phasen im Leben einer Frau. Welche Vorgänge während dieser rund neun Monate in ihrem Körper ablaufen, ist absolut faszinierend und beeindruckend. Während einer Schwangerschaft berichten allerdings auch viele Frauen, dass sie besonders seltsame und intensive Träume haben.

Ist dieses vermeintliche Phänomen wissenschaftlich greifbar? Träumt man in der Schwangerschaft tatsächlich anders? Und wenn ja: warum?

Wir haben uns näher mit dem Status von Träumen während der Schwangerschaft auseinandergesetzt und unsere Recherche-Ergebnisse in diesem Artikel für dich zusammengefasst. Kompakt, leserfreundlich und werbefrei. Unser Inhaltsverzeichnis gibt dir außerdem die Möglichkeit, mit nur einem einzigen Mausklick direkt zu dem Thema zu springen, dass dich am meisten interessiert.

Bild von Autor: Matthias Wiesmeier
Autor: Matthias Wiesmeier

Selbständiger Autor und Schriftsteller mit über 20 Jahren Erfahrung. Gründer von Traumdeutung123.de

Profil
Inhalte:
    Add a header to begin generating the table of contents
    traeume-schwangerschaft

    Mehr Träume in der Schwangerschaft

    Tatsächlich ist es so, dass Schwangere mehr träumen als Nichtschwangere. Aber warum ist das so? Die Antwort ist verblüffend einfach: Sie schlafen einfach mehr.

    Die körperlichen Herausforderungen, die während der Schwangerschaft warten, zehren massiv an den Reserven und leeren das Energiedepot regelmäßig.

    Dazu kommt, dass speziell im ersten Trimenon verstärkt das Schwangerschaftshormon Progesteron ausgeschüttet wird. Dieses bewirkt – unter anderem – dass Schwangere besonders häufig müde sind und entsprechend viel schlafen (müssen).

    Die Gleichung ist relativ einfach:

    Wer mehr schläft, der träumt auch mehr. Dahinter versteckt sich nicht unbedingt ein ausgeklügelter Mechanismus. Sondern einfache Biologie.

    Träumen Schwangere tatsächlich intensiver?

    Machen wir es kurz: Werdende Mütter träumen tatsächlich häufiger und intensiver als andere Menschen. Besonders drei Umstände sind dafür verantwortlich:

    Belastungen und Selbstzweifel

    Während der Schwangerschaft stellen sich Frauen immer und immer wieder dieselben Fragen: Werde ich eine gute Mutter sein? Schaffe ich das alles? Bin ich überhaupt schon bereit? Und so weiter. Sind wir wach, setzen wir uns mit derartigen Fragen auf Basis unserer Vernunft und unserer Logik auseinander. All die Erwartungen, Unsicherheiten, Ängste, Zweifel und Hoffnungen werden analytisch abgearbeitet. Manchmal mehr, manchmal weniger. Die Vernunft bleibt aber die meiste Zeit die klare Richtschnur. Und in manchen Situationen kommt einfach eine gesunde Portion Verdrängung mit ins Spiel.

    Wenn wir nun aber schlafen, dann ruht unter anderem der Teil unseres Gehirns, der für die Rationalität zuständig ist. All die tagsüber unterdrückten Empfindungen kommen dann an die Oberfläche und werden in unserem Gehirn abgearbeitet. Oder anders ausgedrückt: Wir träumen!

    Träume sind immer ein Spiegel unseres Tages. Haben wir angenehme Stunden verbracht, werden wir mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit auch angenehme Träume haben. Beschäftigt oder ängstigt uns etwas, zeigt sich das ebenfalls in unseren Träumen. Das kann so weit gehen, dass uns tatsächlich Albträume plagen.

    Wie eingangs bereits erwähnt, wälzen Schwangere häufiger als der Durchschnitt ängstliche Gedanken und (Selbst)Zweifel. Deshalb sind ihre Träume auch intensiver als jene anderer Menschen.

    Hormone

    Alle Abläufe in unserem Körper werden von Hormonen gesteuert. Die Botenstoffe sind eine zentrale und unverzichtbare Komponente innerhalb unseres Organismus. Besteht im Zusammenhang mit ihnen irgendwo ein Ungleichgewicht, dann spüren wir das. Teilweise sogar sehr extrem.

    Während der Schwangerschaft ändert sich so einiges im angesprochenen Hormonhaushalt. Besonders das weiter oben bereits erwähnte Schwangerschaftshormon Progesteron macht sich bemerkbar. Dieses wirkt nämlich angstlösend und schlaffördernd.

    Physis

    Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft schlafen Frauen dann deutlich leichter und seichter als noch im ersten Trimester. Das liegt hauptsächlich an den körperlichen Veränderungen, die sie durchmachen. Eine wirklich bequeme Position zu finden, wird immer schwieriger. Irgendwie ist dauernd der wachsende Bauch im Weg. Dazu kommen Blasenschwäche, kribbelnde Hände oder Wadenkrämpfe.

    All das ist natürlich nicht förderlich für einen erholsamen und tiefen Schlaf. Werdende Mütter wachen pro Nacht mehrmals auf und schlummern danach wieder ein. Wer selbst schon einmal eine derartige Nacht hinter sich gebracht hat, der weiß, dass sich in so einem Fall gefühlt grade nach dem Einschlafen besonders häufig besonders intensive Träume melden. Und da bei Schwangeren der Wechsel zwischen Schlafen und Aufwachen jede Nacht öfter durchgemacht wird, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sie intensive Träume haben.

    Träume in der Schwangerschaft

    Wovon träumen Schwangere typischerweise?

    Die in diesem Abschnitt folgende Aufzählung erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Worum es uns geht: Wir möchten mit diesen Schilderungen aktuell schwangeren Frauen eine Vergleichsmöglichkeit bieten.

    Bekommt eine werdende Mutter mit, dass sie mit ihren teils intensiven und verwirrenden Träumen nicht alleine ist, kann sich das beruhigend auf ihre Psyche auswirken. „Ich bin nicht verrückt. Es geht auch anderen so. Mit mir ist alles in Ordnung!“

    Wer sich also in den kommenden Schilderungen findet: Sehr gut! Wer nicht: Auch überhaupt kein Problem!

    1. Trimenon:

    Besonders häufig tauchen während dieser Phase Bilder von Teichen, Flüssen, Wasserläufen etc. auf. Blühende Gärten, üppige Wiesen und farbenfrohes Obst stehen für Fruchtbarkeit. Allerdings gibt es auch die weniger erfreulichen Träume. Zum Beispiel die, in denen Frauen zu spät ins Krankenhaus kommen und die Geburt des eigenen Kindes verpassen.

    2. Trimenon:

    Durch die körperlichen Veränderungen (speziell der wachsende Bauch) fühlen sich viele Frauen nicht mehr attraktiv. Die damit einhergehenden Sorgen arbeiten unser Gehirn und unsere Psyche in unterschiedlichen Formen ab. Erotische Träume mit anderen Männern gehören hier ebenso dazu, wie jene, in denen sich der eigene Partner mit einer anderen vergnügt.

    3. Trimenon:

    Je näher der Geburtstermin rückt, desto mehr Gedanken machen sich viele Frauen über ihr zukünftiges Leben. Im Traum packen sie immer wieder ihre Koffer oder irren ziellos an unbekannten Plätzen umher. Diese Bilder stehen unter anderem für die Angst vor dem Unbekannten. Oft träumen Schwangere im 3. Trimenon davon, ihr Kind fallen zu lassen oder es irgendwo zu vergessen. Sehr häufig kommt auch das Motiv eines Hauses vor, das voller kleiner Tiere ist, die versorgt werden müssen. Andere Träume drehen sich wiederum um das Aussehen des Kindes, das Baby erscheint dabei oft klein, verschrumpelt und oftmals ohne Gesicht. In dieser Phase häufen sich außerdem Albträume.

    Wie gesagt:

    Diese Liste erhebt zu keinem Zeitpunkt Anspruch auf Vollständigkeit. Die hier dargestellten Szenarien wurden lediglich bei zahlreichen Befragungen am häufigsten genannt. Wem nichts davon in seinen Schwangerschaftsträumen begegnet ist, ist auf jeden Fall auch auf der sicheren Seite!

    Auch interessant:

    Albträume in der Schwangerschaft?

    frau-schwanger-schlafen-traeumen-traum

    Wie heißt es so schön: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Mehrere Studien (1, 2) haben gezeigt, dass rund 60 % aller Schwangeren und sogar 70 % aller Jung-Mamas unter Albträumen und Angst beim Aufwachen leiden.

    Das Wissen um diese Tatsache ist zwar auch nicht hilfreich, wenn man wieder einmal aus dem Schlaf hochschreckt, weil man etwas Unschönes geträumt hat. Tagsüber kann man sich mit dem Gedanken an diese Umfrageergebnisse aber auf jeden Fall beruhigen. Man ist mit diesem Problem nicht allein! Dazu kommt: Wer ruhiger durch den Tag geht, der träumt nachts auch deutlich schönere Sachen.

    Sind Albträume in der Schwangerschaft ein schlechtes Omen?

    Diese Frage können wir mit einem einzigen Wort klipp und klar beantworten: Nein! Zwar wurden Träumen über die verschiedensten Kulturen hinweg immer weissagerische Komponenten angedichtet, aus wissenschaftlicher Sicht ist das aber nichts anderes als Einbildung.

    Die Schwangerschaft steht nicht unter einem schlechten Stern, wenn die werdende Mutter vermehrt unter Albträumen leidet. Wie bereits erwähnt, häufen sich diese unguten Traumerlebnisse besonders im letzten Trimester. Das ist allerdings nur ein Ausdruck dafür, dass sich die Schwangere aufgrund des nahenden Geburtstermins nun immer intensiver mit ihrer zukünftigen Rolle beschäftigt. Dabei kommen unweigerlich auch Selbstzweifel und Ängste auf. Diese negativen Emotionen verarbeiten wir im Schlaf, weil da das Logikzentrum unseres Gehirns quasi ausgeschaltet ist und die Gefühle übernehmen.

    Also noch einmal ganz klar und unmissverständlich:

    Nein, Albträume in der Schwangerschaft sind kein schlechtes Omen für die Geburt bzw. das Baby!

    Intensive Träume in der Schwangerschaft: Ist alles nur Einbildung?

    Bisher sind wir davon ausgegangen, dass Schwangere aufgrund verschiedenster Einflussfaktoren tatsächlich intensiver bzw. anders träumen als Nichtschwangere. Wir unterstützen diesen Standpunkt, weil durchaus nicht wenige Faktoren dafürsprechen. Was aber, wenn all die Eindrücke nur Einbildung sind?

    Es ist nämlich so: Im Laufe einer Nacht durchläuft der Mensch mehrere Schlafzyklen. Diese Zyklen setzen sich wiederum aus mehreren Schlafphasen zusammen, die sich ebenfalls wieder unterteilen lassen. 

    REM-Phase:

    REM steht für „Rapid Eye Movement“ – auf Deutsch: schnelle Augenbewegung. Die Bezeichnung kommt daher, weil während dieser Phase deutlich ein schnelles Hin-und-her-Bewegen der Augäpfel unter den geschlossenen Lidern zu erkennen ist. Ein Anzeichen dafür, dass hier gerade jemand träumt. Die REM-Phase ist deshalb auch als „Traumphase“ bekannt und beschert uns meist sehr intensive Träume.

    Non-REM-Phase

    Früher war die Wissenschaft der Meinung, dass wir nur während der REM-Phase träumen. Heute wissen wir, dass das nicht stimmt. Lediglich die Intensität ist höher, vorkommen können Träume aber definitiv auch abseits dieser Zeitspanne. Also in der Non-REM-Phase. Schnelle Augenbewegungen gibt es hier allerdings nicht. 

    Die Phase lässt sich nochmals in drei weitere Teile aufsplitten:
    • Stadium N1: Einschlafphase
    • Stadium N2: leichter Schlaf
    • Stadium N3: Tiefschlaf

    Die REM- und die Non-REM-Phase ergeben gemeinsam einen Schlafzyklus mit einer Dauer von 90 bis 110 Minuten. Pro Nacht durchläuft ein gesunder Mensch vier bis sieben dieser Zyklen.

    Warum dieser Ausflug in die Architektur unseres Schlafes? Weil Untersuchungen gezeigt haben, dass wir uns dann besonders gut an unsere Träume erinnern können, wenn wir kurz vor dem Ende der REM-Phase aufwachen. Tun wir das nicht, verschwinden die Erinnerungen und wir denken am nächsten Tag, dass eine komplett traumlose Nacht hinter uns liegt. Dabei stimmt das nicht. Wir träumen jede Nacht, können uns aber nicht immer daran erinnern.

    Nun wissen wir ja bereits, dass werdende Mütter besonders in den späteren Phasen der Schwangerschaft sehr häufig aufwachen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man kurz nach einer REM-Phase aus dem Schlaf gerissen wird – und sich deshalb noch an seinen Traum erinnern kann! Der neben einem im Bett liegende Partner schläft hingegen durch und hat seine Träume am nächsten Morgen wieder vergessen.

    Es kann also durchaus sein, dass Schwangere deshalb glauben, besonders intensiv zu träumen, weil sie sich aufgrund des häufigen Aufwachens einfach besser an ihre Träume erinnern können.

    Persönliche Traumdeutung:

    Möchtest du mehr über deine Träume wissen? Unsere persönliche Traumdeutung kann dir helfen, deine Träume besser zu verstehen. Durch eine individuelle Analyse erhältst du wertvolle Einsichten in deine Gefühle, Ängste und Ziele. Entdecke, was deine Träume dir sagen wollen, und nutze diese Erkenntnisse, um bewusster und erfüllter zu leben.

    Zusammenfassung

    Befragungen und Studien zum Thema „Träume in der Schwangerschaft“ haben ergeben, dass werdende Mütter tatsächlich anders bzw. intensiver träumen als Nichtschwangere.

    Zumindest entsteht bei eingehender Auseinandersetzung mit der Frage dieser Eindruck. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Zum einen stellt sich der Hormonhaushalt während der Schwangerschaft um. Der Körper schüttet vermehrt Progesteron aus, das schlaffördernd und angstlösend wirkt.

    Zum anderen leidet besonders im dritten Trimenon die Schlafqualität merklich und Schwangere werden mehrmals pro Nacht wach. Das passiert meist kurz vor einer REM-Phase. Untersuchungen haben gezeigt, dass wir uns dann besonders gut an unsere Träume erinnern können, wenn wir eben just zu diesem Zeitpunkt geweckt werden bzw. aufwachen. Es ist also durchaus möglich, dass Schwangere genauso viel träumen wie Nichtschwangere, sich aber einfach besser an ihre Träume erinnern können.

    Dazu kommen die großen nagenden Fragen, die man sich immer wieder während einer Schwangerschaft stellt. Die dabei aufkommenden Selbstzweifel und Ängste müssen von unserem Unterbewusstsein verarbeitet werden – und das geschieht, während wir träumen.

    Quellen:

    Bild von Autor: Matthias Wiesmeier
    Autor: Matthias Wiesmeier

    Selbständiger Autor und Schriftsteller mit über 20 Jahren Erfahrung. Gründer von Traumdeutung123.de

    Profil

    Hinweis:

    Die Inhalte auf Traumdeutung123.de dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Aufklärung. Sie stellen keine medizinische, psychologische oder therapeutische Beratung dar und ersetzen keinesfalls professionelle Behandlungen oder Therapien. Bei gesundheitlichen oder psychischen Problemen empfehlen wir, einen qualifizierten Fachmann zu konsultieren.

    Diesen Artikel teilen: