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Träume und Schlafqualität

Jeder tut es. Aber keiner weiß so wirklich, wie es eigentlich funktioniert. Die Rede ist natürlich vom Träumen. Pro Nacht träumt der Mensch bis zu vier Stunden lang. Die Mechanismen hinter diesem faszinierenden Spektakel sind bis heute nicht vollends erforscht. Ebenso wenig ist klar, ob es zwischen der Schlafqualität und dem Trauminhalt einen Zusammenhang gibt.

Schläft man besser, wenn man etwas Schönes träumt? Oder fühlt man sich nach schlechten Träumen oftmals gerädert?

Wir haben uns mit diesen Fragen auseinandergesetzt und versucht, in diesem Artikel die entsprechenden Antworten zu formulieren – leserfreundlich, kompakt und werbefrei zusammengefasst. Mit unserem praktischen Inhaltsverzeichnis kannst du übrigens sofort zu dem Abschnitt hüpfen, der dich am meisten interessiert.

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Autor: Matthias Wiesmeier

Selbständiger Autor und Schriftsteller mit über 20 Jahren Erfahrung. Gründer von Traumdeutung123.de

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    Wie beeinflussen sich Träume und Schlafqualität gegenseitig

    Die typischen Schlafphasen des Menschen

    Wer bisher dachte, dass wir zwischen Einschlafen und Aufwachen regungslos im Bett liegen und unser Organismus dabei dauerhaft in ein und demselben Status verharrt, der lag daneben. Und zwar gehörig. In einer normalen Nacht durchläuft der Mensch nämlich tatsächlich unterschiedlichen Schlafzyklen, die wiederum aus ebenso unterschiedlichen Schlafphasen bestehen.

    Der (Nacht)Schlaf eines Menschen lässt sich auf mehrere Arten einteilen. Da wäre zunächst die Unterscheidung zwischen REM-Schlaf und Non-REM-Schlaf.

    schlafzyklus

    REM-Phase

    REM steht für „Rapid Eye Movement“. Auf Deutsch: schnelle Augenbewegungen. Die Bezeichnung kommt von den sich unter geschlossenen Lidern schnell hin und her bewegenden Augäpfeln. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Betroffene gerade träumt. In der REM-Phase (auch als „Traumphase“ bekannt) sind unsere Träume meist sehr intensiv.

    Non-REM-Phase

    Die beschriebenen schnellen Augenbewegungen treten in dieser Phase nicht auf. Im Gegensatz zur REM-Phase gibt es bei der Non-REM-Phase noch eine weitere Unterteilung. Und zwar in drei Stadien – N1, N2 und N3.

    • Stadium N1: Einschlafphase
    • Stadium N2: leichter Schlaf
    • Stadium N3: Tiefschlaf

    REM- und Non-REM-Phase ergeben gemeinsam einen sogenannten Schlafzyklus. Ein gesunder Mensch durchläuft pro Nacht vier bis sieben derartige Zyklen, einer dauert in etwa 90 bis 110 Minuten.

    Der Ablauf sieht dabei in der Regel folgendermaßen aus:

    Für die Erholung unseres Gehirns sind besonders die ersten beiden Zyklen wichtig, weshalb diese auch als Kernschlaf bekannt sind. Alle weiteren werden als Füllschlaf oder Optionalschlaf bezeichnet. 

    Was passiert in den einzelnen Phasen genau?

    Einschlafphase:

    Der Schlaf ist noch sehr leicht, die Muskulatur noch zu einem gewissen Grad angespannt. Manchmal lassen sich langsame und rollende Augenbewegungen feststellen. Unsere Gehirnaktivität geht von den Alpha-Wellen in langsamere Theta-Wellen über.

    Leichter Schlaf:

    Die Muskeln entspannen sich, die Gliedmaßen werden schwer, die Körpertemperatur sinkt. Atmung und Puls sind gleichmäßig, Augenbewegungen nicht mehr nachweisbar. Zu den Theta-Wellen gesellen sich weiterer schlaftypische Gehirnaktivitäten (Schlaf-Spindeln und K-Komplexe).

    Tiefschlaf:

    Weitere Entspannung der Muskulatur, Verlangsamung von Herzschlag und Atmung sowie Fallen des Blutdrucks. Die Augen sind komplett ruhig. Wir befinden uns jetzt in der Phase, in der Schlafwandeln und Zähneknirschen auftreten können. Die Gehirnaktivität spielt sich hauptsächlich im sehr langsamen Delta-Wellen-Bereich ab.

    REM-Schlaf (Traumschlaf):

    Die Augen bewegen sich unter den Lidern sehr schnell hin und her, die Muskelaktivität ist stark vermindert. Hin und wieder kommt es allerdings zu einem Zucken. Frequenz und Tiefe der Atemzüge sind erhöht. Was die Gehirntätigkeit angeht, sind neben niedrig-frequenten Theta-Wellen tatsächlich auch höherfrequente Alpha- und Beta-Wellen messbar. Wir befinden uns jetzt in der Phase der intensivsten Träume. Nach dem Aufwachen können wir uns meist noch an deren Inhalte erinnern.

    Träumen wir nur im REM-Schlaf?

    Obwohl sich die Wissenschaft seit langer Zeit eingehend mit unserem Schlaf und unseren Träumen auseinandersetzt, tappt sie in gewissen Bereichen weiterhin im Dunkeln. Neue Erkenntnisse werfen dabei immer wieder als beständig geltende Ansichten über den Haufen. Ein gutes Beispiel: Lange Zeit ging man davon aus, dass wir lediglich in den REM-Phasen träumen würden.

    Mittlerweile hat die Wissenschaft diese Annahme klar widerlegt. Geträumt wird nicht nur in der REM-Phase, sondern auch in allen anderen Phasen während des Nachtschlafs. Untersuchungen haben allerdings bald gezeigt: Während des REM-Schlafs treten besonders bunte, intensive und bildhafte Träume auf. Außerhalb dieser Zeitspanne haben wir es eher mit Gedanken und Sätzen zu tun.

    Heute ist auch diese Annahme veraltet bzw. wird sie zumindest stark angezweifelt. Bereits 2012 fand ein Team rund um die französische Forscherin Isabelle Arnulf heraus, dass sich REM- und Non-REM-Träume im Grunde nicht unterscheiden

    Wie haben sie das gemacht?

    Die Wissenschaftler baten eine Gruppe an Probanden ins Schlaflabor und unterteilten die Teilnehmer in zwei gleich große Untergruppen.

    Bei 50 % der Probanden wurde durch die Gabe des Antidepressivums Clomipramin der REM-Schlaf unterdrückt.

    Die anderen 50 % bekamen ein Placebo verabreicht.

    Im Laufe der Nacht wurden die Versuchspersonen stündlich geweckt und nach ihren Träumen befragt.

    Sowohl die REM- als auch die Nicht-REM-Schläfer berichteten von bizarren und bunten Träumen, die man bisher lediglich in der REM-Phase vermutet hatte.

    Ergebnis:

    Die Antwort auf die Frage, ob wir lediglich während des REM-Schlafs träumen, lautet also ganz klar „Nein“. Was das mit dem Ausgangsthema des Artikels zu tun hat? Nun, wir nähern uns der Thematik langsam, aber sicher. Der REM-Schlaf gilt als besonders tief, entspannend und erholsam. Vereinfacht gesagt lässt sich festhalten: Viele REM-Phasen = gute Schlafqualität.

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    Beeinflussen Albträume die Schlafqualität negativ?

    Wer kennt das nicht: Man durchleidet im Traum einige sehr unangenehme und geradezu gefährliche Panikmomente. Irgendwann schreckt man hoch und der ganze Spuk ist vorbei. Das schlechte Gefühl verschwindet aber nicht so schnell. Man fühlt sich nicht gut, kann nicht mehr einschlafen und wacht am nächsten Tag völlig gerädert auf.

    Kurz und knapp lässt sich also sagen: Ja, Albträume haben einen negativen Einfluss. Jetzt ist es aber so, dass die Schlafqualität nicht anhand vereinzelter Nächte bestimmt wird. Der Beobachtungszeitraum ist deutlich länger. Wer also hin und wieder schlecht träumt, hat deshalb noch lange keine verminderte Schlafqualität.

    Problematisch wird es erst dann, wenn Albträume häufig auftreten. In so einem Fall ist die Rede von einer Albtraumstörung. Die liegt vor, wenn die nächtlichen Probleme den Schlaf einer Person merklich beeinträchtigen und/oder die Stimmung sowie das Denkvermögen des Betroffenen am Tag negativ beeinflussen.

    Ist die Schlafqualität nur dann gut, wenn man träumt?

    Auf Basis der bisher in diesem Artikel versammelten Informationen können wir nun endlich die zentrale Frage beantworten: Ist unser Schlaf nur dann gut, wenn wir auch tatsächlich gut geträumt haben? Stehen Schlafqualität und Traumhäufigkeit/-intensität in einem derart direkten Abhängigkeitsverhältnis?

    Die Antwort ist ein ganz klares „Nein“. Zumindest gibt es dahingehend noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Und das, obwohl unser Schlaf und unsere Träume seit vielen Jahrzehnten Objekt entsprechender Untersuchungen sind.

    Unterstrichen wird das „Nein“ dabei durch eine ganz simple alltägliche Beobachtung. Kannst du dich immer an all deine Träume aus der letzten Nacht erinnern? Weißt du jedes Mal genau, was du geträumt hast? Wie du diese Erfahrung empfunden hast? Wie lange sie gedauert hat? Die Antworten auf all diese Fragen fallen in der Regel nämlich negativ aus. Der Grund dafür ist die sogenannte Traum-Amnesie.

    Was versteht man unter Traum-Amnesie?

    Menschen träumen bis zu vier Stunden jede Nacht. Am Morgen können sie sich, wenn überhaupt, nur noch an Bruchteile des Geträumten erinnern. Der Eindrücke gehen schlicht und einfach verloren. Das ist allerdings ganz normal. In der Fachsprache wird dieser Umstand als „Traum-Amnesie“ bezeichnet.

    Wenn wir am Morgen aufwachen, können wir uns in vielen Fällen also gar nicht daran erinnern, ob wir geträumt haben oder nicht. Oft haben wir das Gefühl, dass wir sofort nach dem Zubettgehen eingeschlafen und nach einer „schwarzen, traumlosen“ Nacht wieder erwacht sind. Wir fühlen uns dennoch gut ausgeruht und fit für den Tag.

    Die Frage, ob die Traumqualität nur dann gut ist, wenn man auch wirklich gut träumt, ist an sich schon falsch. Man träumt im Grunde jede Nacht, kann sich aufgrund der Traum-Amnesie aber nie an jedes Detail erinnern. Manchmal denken wir deshalb, dass wir gar nicht geträumt haben.

    Trainiere gezielt dein Traumgedächtnis!

    Du würdest dir gerne mehr von deinen Träumen merken? Du möchtest dein Traumgedächtnis gezielt trainieren? Dann haben wir eine gute Nachricht für dich! Genau mit dieser Thematik beschäftigen wir uns in einem separaten Artikel eingehend.

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    Haben Träume einen Einfluss auf die Schlafstruktur?

    Viele Dinge haben Einfluss auf die Dauer unserer Schlafphasen. In den allermeisten Fällen handelt es sich dabei um externe Faktoren, wie zum Beispiel Alkohol, Drogen oder Medikamente. Simpler Stress oder zu ungesunde Ernährung können unserer Schlafstruktur ebenfalls beeinträchtigen.

    Unsere Träume zählen hingegen nicht zu diesen Einflussfaktoren. Wie intensiv und/oder wie lange wir träumen hat keinen Einfluss auf die Ausgestaltung unserer Schlafzyklen. Allerdings hat sich gezeigt, dass speziell Albträume den Übergang von der REM- in die Non-REM-Phase beeinflussen können. Und das hat wiederum potenziell direkten Einfluss auf unser Wohlbefinden. Ist dieser Übergang nämlich gestört, fühlen wir uns am nächsten Morgen meist weniger gut erholt.

    Persönliche Traumdeutung:

    Möchtest du mehr über deine Träume wissen? Unsere persönliche Traumdeutung kann dir helfen, deine Träume besser zu verstehen. Durch eine individuelle Analyse erhältst du wertvolle Einsichten in deine Gefühle, Ängste und Ziele. Entdecke, was deine Träume dir sagen wollen, und nutze diese Erkenntnisse, um bewusster und erfüllter zu leben.

    Zusammenfassung

    Einen wissenschaftlichen Beleg für einen Zusammenhang von Schlafqualität und Träumen gibt es noch nicht.

    Allerdings haben unterschiedliche Studien und Versuchsreihen doch recht deutlich gezeigt, dass gut erholte Menschen laut eigenen Angaben hauptsächlich angenehme und glückliche Träume gehabt haben. Auf der anderen Seite berichten unausgeschlafene Menschen häufiger von negativen Gefühlen in Zusammenhang mit ihren Träumen.

    Im Allgemeinen lässt sich aber nicht behaupten, dass man nur dann wirklich gut geschlafen hat, wenn man auch gut geträumt hat. An den überwiegenden Großteil unserer Träume können wir uns am Morgen ohnehin nicht mehr erinnern. Albträume können hingegen unseren Nachtschlaf sehr wohl negativ beeinflussen. Verantwortlich dafür ist ein gestörter Übergang zwischen REM- und Non-REM-Phase.

    Quellen:

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    Autor: Matthias Wiesmeier

    Selbständiger Autor und Schriftsteller mit über 20 Jahren Erfahrung. Gründer von Traumdeutung123.de

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