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Techniken zur Verbesserung der Traumerinnerung

Wer von uns kennt das nicht: Du träumst einen hervorragenden, aufregenden Traum und willst unbedingt jemandem davon erzählen. Nur wenige Augenblicke nach dem Aufwachen ist die Erinnerung an die Geschehnisse im Traum komplett verblasst. Nichts bleibt mehr übrig von den so lebendigen Eindrücken. Die gute Nachricht: Es gibt einige Techniken und Methoden, die dir dabei helfen können, deine Traumerinnerung zu verbessern.

Wir stellen dir in diesem Artikel die Ansätze vor, die unserer Meinung nach am erfolgversprechendsten sind. Bevor wir das tun, widmen wir uns aber noch ein paar grundlegenden Fragen und klären, warum wir die geträumten Dinge eigentlich so schnell wieder vergessen.

Wir haben uns eingehend mit der Thematik beschäftigt und die Ergebnisse unserer Recherchen für dich in diesem kompakten, leserfreundlichen und werbefreien Artikel zusammengefasst. Das Inhaltsverzeichnis erlaubt es dir, mit nur einem Klick direkt an die Stelle zu springen, die dir besonders interessant erscheint.

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Autor: Matthias Wiesmeier

Selbständiger Autor und Schriftsteller mit über 20 Jahren Erfahrung. Gründer von Traumdeutung123.de

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    Techniken zur Verbesserung der Traumerinnerung
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    Warum vergessen wir Träume so schnell?

    Damit unser Gehirn Informationen speichern kann – wir uns also Dinge merken – müssen bestimmte Regionen aktiv sein. Der Hippocampus ist unser Gedächtniszentrum und während des Schlafens quasi abgemeldet.

    Die Bahnen, über die Informationen zum Hippocampus übermittelt werden, sind nämlich vergleichsweise inaktiv.

    Das hat zur Folge, dass wir uns lediglich 1-2 Minuten unserer Traumsequenzen merken können.

    Zum Vergleich: Pro Nacht träumen wir bis zu 4 Stunden lang.

    Grundsätzlich spielen Schwingungen und neuronale Aktivitäten in unserem Gehirn eine wichtige Rolle, wenn es um Erinnerungen und deren Fixierung geht.

    Wach:

    Im Wachzustand sind diese Schwingungen überwiegend hochfrequent (8-12 Hz; Alpha-Frequenz bzw. 12,5-30 Hz; Beta-Frequenz).

    Tiefschlaf:

    In den Tiefschlafphasen sind sie hingegen deutlich langsamer (0,5-4 Hz; Delta-Frequenz).

    REM-Schlaf

    Während des REM-Schlafs ähneln sie eher jenen des Wachzustands. Deshalb ging man lange davon aus, dass wir nur in der REM-Phase träumen würden. Diese Annahme konnten Wissenschaftler mittlerweile aber widerlegen.

    Studien:

    Nun haben Studien gezeigt, dass sich jene Menschen besonders gut an den Inhalt Ihrer Träume erinnern können, in deren frontalen Hirnregionen kurz vor dem Aufwachen besonders häufig sogenannte Theta-Frequenzen gemessen wurden.

    Theta-Frequenzen:

    Theta-Frequenzen liegen zwischen der langsamen Delta- und der schnelleren Alpha-Frequenz. Interessanterweise spielen sie auch im Wachzustand eine zentrale Rolle beim Erinnern. Allerdings ist diese Rolle noch nicht gänzlich geklärt.

    Die Studienergebnisse legen die Vermutung nahe, dass die erhöhte Aktivität in den frontalen Hirnregionen kurz vor dem Erwachen zu einer verstärkten Übermittlung von Trauminhalten ins Gedächtniszentrum führt.

    Die besten Techniken für eine Verbesserung der Traumerinnerung

    Die Abläufe in unserem Körper bzw. in unserem Gehirn gehen zum überwiegenden Großteil völlig unbemerkt und ohne unser Zutun über die Bühne. Das heißt aber nicht, dass wir keinen Einfluss darauf ausüben können. Mit bestimmten Atem- und Achtsamkeitsübungen gelingt es uns zum Beispiel, unseren Herzschlag zu regulieren.

    Genauso ist es möglich, durch konkrete Techniken an einer Verbesserung der eigenen Traumerinnerung zu arbeiten. Dabei lässt sich das Ziel nicht von heute auf morgen erreichen. Wir haben es hier mit einem Marathon zu tun, nicht mit einem Sprint. Zudem ist es wichtig, am Ball zu bleiben und bei einer sich einstellenden Verbesserung nicht nachzulassen. Nur durch die dauerhafte und wiederholte Beschäftigung mit den Techniken werden diese verfeinert. Wie heißt es so schön: Übung macht den Meister!

    Wir haben uns kopfüber in die Recherche gestürzt und die vier besten Techniken für eine Verbesserung der Traumerinnerung für dich zusammengetragen.

    Techniken zur Verbesserung der Traumerinnerung

    1. Technik: Das Traumtagebuch

    Der Klassiker schlechthin. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit hast du schon einmal etwas von einem Traumtagebuch gehört. Viele nutzen es, um ihre Erinnerungen an die Träume von letzter Nacht schriftlich festzuhalten, bevor diese verblassen. Tatsächlich berichten Traumtagebuchschreiber immer wieder davon, dass sich bereits nach wenigen Tagen Erfolge einstellen. (Wenngleich „Erfolg“ hier sehr subjektiv ist und nicht wirklich „gemessen“ werden kann.)

    Die Aufzeichnungen in einem Traumtagebuch können dabei sehr unterschiedlich aussehen. Einige Beispiele:

    • Klassischer Text: Die Erlebnisse aus dem Traum werden ganz einfach in schriftlicher Form festgehalten.
    • Illustrationen: Wer sich mit Zeichnungen, Bildern oder Illustrationen besser ausdrücken kann als schriftlich, kann seine Erinnerungen natürlich auch so zu Papier bringen.
    • Diagramme: Stehen die im Traum vorkommenden Personen in bestimmten Beziehungen zueinander, bietet ein Diagramm die Möglichkeit, diese Connections sichtbar und nachvollziehbar zu machen. Am Ende sieht es dann in etwa aus wie ein Stammbaum.
    • Landkarte: Oft ist tatsächlich auch die Traumumgebung durchaus aussagekräftig. Eine Landkarte anzulegen und die Schauplätze der Erlebnisse festzuhalten, ist eine gute Idee.
    • Statistiken: Für die Pragmatiker unter uns bietet sich das Führen einer Traumstatistik an. Zum Beispiel: Wie oft kommen Hunde vor? Ist es im Traum Tag oder Nacht? War es ein schöner oder ein beängstigender Traum? Die Möglichkeiten sind praktisch unendlich.

    Selbstverständlich sind die hier vorgestellten Kategorien nicht als exklusiv anzusehen. Das heißt, man kann die Techniken auch problemlos miteinander kombinieren. Ganz nach Lust und Laune. Die Träumer selbst wissen am besten, mit welcher Methodik sich ihre Traumerlebnisse am einfachsten und umfassendsten festhalten lassen.

    2. Technik: Mnemotechnik & Visualisierung

    Mit gezieltem Lerntraining lässt sich die Gedächtnisleistung im Allgemeinen verbessern. Und das hat direkt positive Auswirkungen auf die Fähigkeit, sich an Träume erinnern zu können. Eine der beliebtesten Mnemotechniken ist der sogenannte Gedächtnispalast.

    Darunter kann man sich Folgendes vorstellen:

    • Wer einen Gedächtnispalast erschaffen will, visualisiert zunächst einen Ort. Das muss nicht zwingend ein Palast sein, sollte sich aber vom alltäglichen abheben. Also etwa ein Baumhaus, eine Säulenhalle – oder eben ein Palast.
    • Dieses Gebäude/dieser Ort besteht aus mehreren Ebenen. Im Sinne der Traumerinnerung kann man zum Beispiel Etagen für Klarträume, schöne Träume, normale Träume und Albträume imaginieren.
    • Nun erschafft man auf diesen Etagen einzelne Räume, in denen spezifische Träume abgelegt werden.
    • Jeder Raum hat eine Tür und auf dieser Tür befindet sich ein Symbol. Diese Symbole sind jeweils mit einem konkreten Traum verbunden.
    • Betritt man nun diesen Raum, befindet man sich sofort wieder im Traum.

    Den Gedächtnispalast füllt man am besten unmittelbar nach dem Aufwachen, während man noch im Bett liegt. Keine anderen Gedanken, nur das Ablegen des Traumes im Gedächtnispalast ist nun wichtig. Der Ort lässt sich außerdem beliebig erweitern, da er ja einzig und allein in unserer Imagination besteht.

    Das klingt auf den ersten Blick vielleicht alles etwas seltsam. Tatsächlich wird die Gedankenpalast-Technik aber von vielen Gedächtniskünstlern angewendet. Am Ende des Tages ist es reine Übungssache.

    In die gleiche Richtung geht übrigens die sogenannte Loci-Methode. Bei der erstellst du in deinem Kopf eine Route und verknüpfst markante Punkte auf dieser Route mit deinen Traumerinnerungen. Ein etwas abgespeckter Gedankenpalast also, die Technik wir aber ebenfalls von sehr vielen Gedächtnissportlern angewendet.

    Was bedeutet „Mnemotechnik“ eigentlich?

    Wie so vieles im Bereich der Medizin und der Gesundheit hat auch die Bezeichnung „Mnemotechnik“ ihren Ursprung im Altgriechischen. „Mneme“ bedeutet dabei nichts anderes als „Gedächtnis“ oder „Erinnerung“. Die Mnemotechnik ist als eine Gedächtnis- oder eine Erinnerungstechnik.

    3. Technik: Erwachen am Ende einer Traumphase

    Der Mensch träumt pro Nacht bis zu vier Stunden lang. Wie bereits weiter oben erwähnt haben Studien gezeigt, dass sich jene Menschen besser an Träume erinnern können, die kurz nach einer dieser besonders intensiven REM-Traumphasen geweckt wurden. Aber wie genau erwischt man so eine Phase?

    Nun, da gibt es drei Möglichkeiten:

    • Autosuggestion: Tatsächlich reichen oft schon der Wunsch bzw. die Absicht, nach einer derartigen Phase aufzuwachen. Der Vorgang lässt sich bereits im Wachen üben. Man legt sich dabei ins Bett und stellt sich vor, man würde noch schlafen. Dann geht man Schritt für Schritt in Gedanken durch, auf welche Weise man später aufwachen möchte. Mit der Zeit bekommt man so ein unterbewusstes Gefühl für den passenden Moment.
    • Schlafphasenwecker: Deutlich handfester ist das Aufwachen dank eines Schlafphasenweckers. Diese Geräte orientieren sich am chronobiologischen Rhythmus seines Nutzers und weckt ihn innerhalb einer bestimmten, zuvor festgelegten Phase. Bekommt der Wecker den Befehl, am Ende einer REM-Phase in Aktion zu treten, wird er dies zuverlässig tun.
    • Normaler Wecker: Der Schlafphasenwecker klingt nicht sehr vertrauenswürdig? Du willst dich darauf verlassen können, in der Nacht auch wirklich geweckt zu werden? Dann greif einfach zum normalen Wecker und lass ihn pro Nacht 3-4 Mal klingeln. Was irgendwie nach Folter klingt, ist tatsächlich eine der effektivsten Methoden, um sich Träume gut merken zu können.

    Wer zum richtigen Zeitpunkt aufwacht, erinnert sich umfassender an seine Träume und kann die Geschehnisse dadurch viel besser festhalten.

    4. Technik: Ausschlafen/Überschlafen

    Wer länger schläft, tut automatisch etwas für die Verbesserung seiner Traumerinnerung. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist aber so!

    Schläft man länger als notwendig oder länger als gewohnt, befindet sich das Gehirn gegen Ende des Schlafes meist fast ausschließlich in einer REM-Phase. Speziell beim Überschlafen wacht man zum Schluss hin immer wieder auf, um kurz noch einmal einzudösen. Durch dieses „Mikroerwachen“ fällt das Erinnern der Träume viel leichter.

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    Schlecht für die Traumerinnerung

    Wenn wir an der Verbesserung unserer Traumerinnerung arbeiten können, ist es naheliegend, dass es auch Dinge gibt, die sie negativ beeinflussen. Tatsächlich existieren in dieser Hinsicht mehrere Gefahrenquellen.

    Die wichtigsten kurz zusammengefasst:
    Nährstoffmangel:

    Ist unser Körper nicht ausreichend mit B-Vitaminen versorgt, kann das zu einer reduzierten Traumerinnerung führen. Andere Wissenschaftler vermuten einen zusätzlichen Zusammenhang mit einem niedrigen Level an Omega-Fettsäuren.

    Suchtgifte:

    Alkohol und THC wirken sich ebenfalls negativ auf unsere Traumerinnerung aus. Speziell Alkohol stört den Ablauf der Schlafphasen massiv und nachhaltig.

    Stress/Schlafmangel:

    Gesunder Schlaf ist die Basis für eine gute Traumerinnerung. Wer schlecht schläft, wird sich in den allermeisten Fällen nicht an seine Träume erinnern können und sehr häufig das Gefühl haben, gar nicht geträumt zu haben.

    Persönliche Traumdeutung:

    Möchtest du mehr über deine Träume wissen? Unsere persönliche Traumdeutung kann dir helfen, deine Träume besser zu verstehen. Durch eine individuelle Analyse erhältst du wertvolle Einsichten in deine Gefühle, Ängste und Ziele. Entdecke, was deine Träume dir sagen wollen, und nutze diese Erkenntnisse, um bewusster und erfüllter zu leben.

    Zusammenfassung

    Grundsätzlich ist es ärgerlich, wenn sich die Erinnerung an einen schönen Traum nur wenige Augenblicke nach dem Aufwachen bereits wieder zur Gänze verflüchtigt hat.

    Wer allerdings vermutet, dass er sich in seinen Träumen unterbewusst mit tief liegenden persönlichen Problemen beschäftigt, der ist zur Lösung dieser Probleme quasi auf die Trauminformationen angewiesen. Kann er darauf nicht zugreifen, weil er sie sofort vergisst, mindert das seine Chancen auf Besserung. Die hier vorgestellten Techniken können dabei helfen, die Traumerinnerung markant zu verbessern.

    Du lernst, gezielt auf die Informationen aus deinen Träumen zuzugreifen und diese zu nützen. Natürlich braucht es ein wenig Übung und Durchhaltevermögen. Die Erfolgsaussichten sind aber durchaus gut!

    Solltest du trotz aller Bemühungen nicht die gewünschten Erfolge erzielen, können wir das für dich übernehmen! Unsere Experten führen auf Anfrage nämlich eine persönliche Traumdeutung durch!

    Quellen:

    • 14 Tips to Enhance Dream Recall and Memory Processing – religionandgender.org
    • The Science of Dream Recall – raphaelvallat.com
    • 7 Tips for How to Remember Dreams – mindawakeapp.com
    • Recalling and Forgetting Dreams: Theta and Alpha Oscillations during Sleep Predict Subsequent Dream Recall – jneurosci.org
    • State- or trait-like individual differences in dream recall: preliminary findings from a within-subjects study of multiple nap REM sleep awakenings – frontiersin.org
    • Dream Recall Frequency Is Associated With Medial Prefrontal Cortex White-Matter Density – frontiersin.org
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    Autor: Matthias Wiesmeier

    Selbständiger Autor und Schriftsteller mit über 20 Jahren Erfahrung. Gründer von Traumdeutung123.de

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